ATU Kompetenzwerkättten für E-Mobilität: Wie sich Werkstatt- und Flottenservices verändern

Die Elektrifizierung von Fuhrparks verändert nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die Anforderungen an deren Betreuung. Mit jedem zusätzlichen Elektro- oder Hybridfahrzeug rücken Themen wie Hochvolttechnik, markenübergreifende Diagnostik und spezialisierte Servicekompetenz stärker in den Mittelpunkt des Werkstattalltags. Dabei gewinnen neben klassischen Serviceleistungen auch gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen – insbesondere die Ladekabel- und Adapterprüfung nach DGUV Vorschrift 3 – zunehmend an Bedeutung und gehören aktuell zu den stark nachgefragten Leistungen im Flottenservice.

ATU reagiert auf diese Entwicklung mit dem Ausbau seiner E-Mobilitätskompetenz und schafft spezialisierte Kompetenzwerkstätten für Elektro- und Hybridfahrzeuge. 
 



Warum E-Flotten spezialisierte Werkstattstrukturen benötigen

Die Betreuung elektrifizierter Fahrzeuge erfordert daher zunehmend spezialisierte Kompetenzen. Unterschiedliche Hersteller, technische Konzepte und spezifische Diagnoseanforderungen erhöhen den Bedarf an markenübergreifender Servicekompetenz. Gefragt sind daher Werkstattstrukturen, die standardisierte Serviceleistungen ebenso zuverlässig abbilden wie spezialisierte Arbeiten.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel im Umgang mit Hochvolttechnik. Arbeiten an Hochvoltsystemen zählen zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Service elektrifizierter Fahrzeuge. Klassische Werkstattprozesse allein reichen dafür nicht mehr aus. Neben spezieller Ausrüstung sind umfassende Sicherheitsstandards und entsprechende Qualifikationen erforderlich. Entsprechend dürfen Arbeiten an Hochvoltsystemen ausschließlich von qualifizierten Fachkräften durchgeführt werden. Hinzu kommen spezielle Werkzeuge sowie klar definierte Sicherheitsprozesse. Allerdings verfügt nicht jede Werkstatt über die erforderlichen Hochvoltqualifikationen, Diagnosekompetenzen oder die technische Ausstattung für komplexe Arbeiten an Elektrofahrzeugen.

Für Unternehmen mit bundesweit eingesetzten Elektrofahrzeugen gewinnt deshalb ein flächendeckendes Servicenetz mit entsprechender technischer Expertise und Ausstattung zunehmend an Bedeutung. 
 



ATU baut Kompetenzwerkstätten für E-Flotten aus

Um dem wachsenden Bedarf elektrifizierter Fuhrparks gerecht zu werden, baut ATU seine E-Mobilitätskompetenz konsequent aus. Im Fokus steht dabei nicht die Eröffnung neuer Standorte, sondern die gezielte Weiterentwicklung bestehender Werkstätten, die zusätzlich mit entsprechender Technik und Ausstattung ausgerüstet werden.

Die Grundlage dafür bildet eine über Jahre aufgebaute E-Mobilitätskompetenz. Seit 2018 hat ATU mehr als 160.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge betreut und die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden kontinuierlich erweitert. Heute verfügt jede Filiale über mindestens eine Fachkraft mit Hochvoltausbildung der Stufe 2.

Den Auftakt bildet die Kompetenzwerkstatt in Weiden, in der ATU spezialisierte Hochvolt- und Diagnoseleistungen bündelt. Inzwischen Weitere Standorte folgen dort, wo Flottenkunden und Partner einen steigenden Bedarf an spezialisierten Serviceleistungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge verzeichnen. Langfristig soll dieses Know-how in immer mehr Regionen verfügbar sein. 

Damit diese komplexen Leistungen bundesweit nach einheitlichen Standards erbracht werden können, sind Qualifikationen, Prozesse und technische Ausstattung innerhalb der Kompetenzwerkstätten klar definiert.

Das Leistungsspektrum ist entlang definierter Hochvoltstufen aufgebaut:

  • HV1: Wartungs- und Servicearbeiten an Elektro- und Hybridfahrzeugen

  • HV2: Spannungsfreischaltung und Arbeiten am Hochvoltsystem

  • HV3: Arbeiten an Hochvoltbatterien sowie Diagnostik- und Messverfahren

Ergänzt wird dieses Qualifikationsmodell durch eine technische Ausstattung, die speziell auf die Anforderungen elektrifizierter Fahrzeuge ausgelegt ist. Sie bildet die Grundlage für Arbeiten an Hochvoltsystemen, die Diagnose komplexer Fahrzeugelektronik und die Kalibrierung moderner Fahrerassistenzsysteme. Darüber hinaus ermöglicht sie spezialisierte Serviceleistungen für relevante Kühlsysteme sowie für Wallboxen und Ladeinfrastruktur.

Das Zusammenspiel aus qualifizierten Fachkräften, klar definierten Prozessen und standardisierter Ausstattung schafft die Voraussetzungen dafür, dass spezialisierte Leistungen unabhängig vom Standort nach denselben Qualitäts- und Sicherheitsstandards erbracht werden können. Gleichzeitig werden Diagnose- und Reparaturprozesse transparenter und effizienter.
 



Welche Leistungen E-Flotten im Werkstattalltag unterstützen

Für Flottenbetreiber zeigt sich der Nutzen dieser Strukturen vor allem im täglichen Betrieb. Die Kombination aus qualifizierten Fachkräften, moderner Diagnosetechnik und klar definierten Prozessen ermöglicht ein breites Spektrum an Serviceleistungen für elektrifizierte Fuhrparks.  Dazu zählen Wartungs- und Reparaturarbeiten unter Einhaltung aller Sicherheits- und Herstellervorgaben, Hochvoltdiagnostik, Batterieprüfungen sowie Arbeiten an sicherheitsrelevanten Fahrzeugsystemen.

Im Mittelpunkt vieler Serviceleistungen steht die Antriebsbatterie, da sie Reichweite, Wirtschaftlichkeit und Restwert eines Elektrofahrzeugs maßgeblich beeinflusst. Mithilfe eines State-of-Health-Tests (SOH-Test) lässt sich ihr Zustand detailliert analysieren. Bewertet werden unter anderem Nutzung, Ladeverhalten und verfügbare Kapazität. Das Ergebnis liefert eine fundierte Grundlage für die Beurteilung der Batterie. 

Trotz der zusätzlichen Anforderungen rund um Hochvolttechnik und Batterieanalyse behalten klassische Wartungsarbeiten ihre zentrale Bedeutung. Regelmäßige Inspektionen und Serviceintervalle nach Herstellervorgaben leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Verfügbarkeit und Betriebssicherheit dauerhaft zu gewährleisten. 

Hinzu kommen gesetzliche Prüfpflichten, die mit der Elektrifizierung von Fuhrparks weiter an Bedeutung gewinnen. Die Verantwortung betrifft dabei nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern ebenso die eingesetzte Ladeausrüstung. Für gewerblich genutzte Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge ist die Prüfung der Ladekabel und Adapter nach DGUV 3 vorgeschrieben. Unternehmen müssen sowohl ihre Fahrzeuge als auch die verwendete Ladeausrüstung regelmäßig prüfen und dokumentieren.

Zur Effizienz elektrifizierter Flotten tragen nicht allein Batterie- und Hochvolttechnik bei. Auch klassische Fahrzeugkomponenten wie die Bereifung haben erheblichen Einfluss auf Reichweite, Fahrverhalten und Energieverbrauch. Reifen für Elektrofahrzeuge sind unter anderem auf höheres Fahrzeuggewicht, hohes Drehmoment, geringe Abrollgeräusche und hohe Effizienz ausgelegt. Ein niedriger Rollwiderstand kann zusätzlich dazu beitragen, Reichweite und Energieverbrauch positiv zu beeinflussen.

Auch die Ladeinfrastruktur gewinnt im Flottenalltag zunehmend an Bedeutung. Eine zuverlässige Versorgung mit Ladepunkten ist entscheidend dafür, dass Fahrzeuge flexibel und wirtschaftlich eingesetzt werden können. ATU treibt diesen Ausbau gemeinsam mit verschiedenen Partnern voran. Verfügbare Ladepunkte können über den ATU Ladesäulenfinder abgerufen werden.
 



Fazit

Der Wandel hin zu elektrifizierten Fuhrparks stellt Werkstätten vor neue technische und organisatorische Aufgaben. Themen wie Hochvolttechnik, Batteriediagnostik und standardisierte Sicherheitsprozesse prägen den Flottenservice zunehmend. Mit dem Ausbau seiner Kompetenzwerkstätten schafft ATU die Voraussetzungen, um klassische Werkstattleistungen und spezialisierte E-Mobilitätsservices miteinander zu verbinden. 

So entsteht ein Servicenetz, das Flottenbetreiber sowohl im Tagesgeschäft als auch bei anspruchsvollen Service- und Diagnoseaufgaben rund um elektrifizierte Fahrzeuge unterstützt.

ATU Flottenlösungen vereint technische Expertise, gesetzliche Prüfkompetenz und bundesweite Verfügbarkeit zu einem ganzheitlichen Serviceangebot für elektrifizierte Fuhrparks.

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